Oldschool Anime Action: City Hunter im Review

Als Fan von Retro Videospielen freue ich mich besonders wenn obskure, unbekannte Titel endlich auch bei uns neu rausgebracht und für moderne Systeme aufbereitet werden. City Hunter, ist so ein Titel. Doch lohnt sich hier der Kauf?

Das hier getestete City Hunter ist das offizielle Videospiel zu dem gleichnamigen Manga und Anime, die von 1985 bis 1991 veröffentlicht wurden. Neben diversen Spin-Offs und Filmen, erschien für die Franchise 1990 das einzige offizielle Videospiel für das hierzulande eher unbekannte PC Engine. Für den weiteren Verlauf des Reviews möchte ich mich zunächst bei allen Manga und Anime Fans entschuldigen. Aufgrund der fehlenden Kompetenz auf diesem Gebiet, kann ich nicht einordnen welche Bedeutung City Hunter hat und konzentriere mich ausschließlich auf das Spiel an sich.

Gameplay

City Hunter ist ein 2D Jump’n Run bei dem ihr als Detektiv Ryo Saeba die Unterwelt aufmischt. Das Ziel in jedem der nur knappen vier Level ist es, diverse Geiseln oder Verbrecherbosse zu finden. Finden ist hier bewusst hervorgehoben, denn die Level sind nicht linear sondern schicken euch durch diverse Stockwerke und Türen und fühlen sich beim ersten Durchlauf wie ein Labyrinth an. Hinweise auf den richtigen Weg vermisst man in dem Spiel und so muss man stumpf an jeder Tür rütteln, prüfen ob sie sich öffnet und die Wege dahinter erkunden, bis man bei seinem nächsten Ziel angekommen ist. Das ist meist ein NPC, der euch in einem Dialog mitteilt, was ihr als nächstes zu tun habt. Und so lauft ihr dann hin- und zurück durch die Levels bis ihr alle Räume in der notwendigen Reihenfolge abgelaufen habt um am Ende gegen einen trivialen Endboss anzutreten.

Vereinzelt sind in den Level noch geheime Waffen versteckt, die das Spiel deutlich vereinfachen. Ryo beginnt das Spiel nur mit einer einfachen Pistole, mit der er Verbrecher über den Haufen schießen kann. Später kommen noch dickere Waffen dazu.

Nur mit denen hat man überhaupt eine Chance gegen die teilweise recht unfair platzierten Gegner durchzukommen. Ständig hat man damit zu kämpfen, dass Gegner direkt in einem stehen, wenn man durch eine Tür geht. Die Lebenspunkte sind so natürlich dahin. Um sie wieder aufzuladen muss man die Räume finden, in denen sich leicht bekleidete Damen befinden, die über Ryos uneingeladenes Erscheinen nicht erfreut sind. Nach einem kurzen Dialog seid ihr dann seltsamerweise wieder vollgeheilt. Die 90er waren einfach eine andere Zeit.

Ich habe zunächst die originale PC Engine Version auf der Switch 2 durchgespielt und bin nicht begeistert. Das Spiel ist sehr altbacken und monoton. Etwa zwei Stunden lang läuft man identische Korridore entlang und kämpft gegen eine Hand voll Gegnervarianten. Die Suche nach dem richtigen Weg ohne jegliche Hinweise ist eine unnötige Zeitverschwendung. Kurzum: Das Spiel hat mich nicht abgeholt.

Moderne Anpassungen

Das Spiel wird sowohl als unveränderte original Version, sowie als angepasste Version angeboten, die diverse Bugs behebt und Verbesserungen bzgl. Steuerung und Kamera implementiert. Zudem wurde ein extra herausfordernder „Hard Mode“ implementiert.

Darüber Hinaus bietet das Spiel einen Musik Player, mit dem ihr alle Titel anhören könnt, inkl. „Get Wild“, dem Ending Theme des Animes. In der Kunstgalerie sind zudem noch einige Ausschnitte aus dem Anime enthalten. Die sind aber nicht der Rede wert.

Die ganze Ausstattung ist nur dürftig. Zumindest wurde noch ein passabler CRT Filter implementiert.

Zum Vergleich: Für den Preis von 25€ erhält man in anderen, kürzlich veröffentlichten Retro Gaming Neuveröffentlichungen deutlich mehr geboten: MARVEL MaXimum Collection enthält 6 Spiele in etlichen Variationen. Die Super Bomberman Collection enthält 7 Spiele in 12 Versionen. Zwar wurden für City Hunter extra Anpassungen gemacht um alte Bugs zu beheben, doch das macht ein bereits schwaches Spiel nicht viel besser. Die Mühe hätte man sich vermutlich sparen können.

Fazit

Ich kann City Hunter selbst Fans des original Manga und Animes nicht wirklich empfehlen. Das Spiel mag vielleicht eine historische Bedeutung haben, doch spielerisch überzeugt auch die verbesserte Version nicht. Die magere Beigaben zum Original machen auch dieses Release nicht lohnenswert, insbesondere nicht für den Preis von knapp 25€.

5/10

Bewertung: 5 von 10.

City Hunter ist für Nintendo Switch 1, 2 (kein kostenloses Upgrade), Playstation 5, PC und Xbox Series verfügbar. Eine physische Version für Switch 1, 2 und Playstation 5 ist bei Red Art Games erhältlich.

Farbklex

Beruflich ein Software Engineer, privat ein Gaming-Enthusiast. Games Convention und gamescom Veteran seit 2004. gamescom Award - Community Juror (2014). Volunteer bei diversen Gaming Events seit 2015 und Leserreporter für die gamescom Aktuell.

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